Schieflage

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Neueste Beiträge der Schieflage

from diverses

in den letzten wochen habe ich vermehrt über das thema überzeit reflektiert. es gibt menschen, die sind stolz auf ihre angehäufte überzeit. wollen damit zeigen, dass sie strebsam und fleissig sind. als person, die keine überzeit ansammelt, sondern so viel arbeitet, wie vertraglich festgelegt, fühlt man sich sehr schnell schlecht. man fragt sich “bin ich faul?”, “leiste ich zu wenig?” dabei ist das, was ich mache, genau richtig. am ende des tages sagt niemand danke, wenn ich meine freizeit fürs büro opfere. ich bin eher stolz darauf, dass ich meine aufgaben so einteilen und erledigen kann, dass ich keine überzeit anhäufe. was nichts damit zu tun hat, dass ich nicht engagiert bin. sondern ich messe meine leistung nicht an überzeit. meine (mentale) gesundheit wird mir danken. sowieso ist das konstrukt leistungsgesellschaft total absurd. je mehr leistung, desto besser. aber nur jene leistung zählt, die man in überstunden/geld messen kann. auf dich und deine mitmenschen achten und dich um sie kümmern? keine leistung. zeit für sich selber nehmen? keine leistung. sich um ein gemütliches zuhause kümmern? keine leistung. leistung ist nur das, was uns der kapitalismus vorgibt. (und wo wir auch sehr schnell in patriarchale strukturen verfallen…)

 
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from Matti Fleischer

OK, ich weiss. Es ist nicht gerade sexy in der heutigen Zeit Schach zu spielen und darüber zu philosophieren.

Aber, wie waren wir fasziniert und fast in fast Echtzeit dabei.

Ost gegen West auf einem Brett – und an einem Tisch. Wäre dies nicht heutzutage, doch auch wieder ganz nett?

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

 
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from Matti Fleischer

Ein Hagenbuchenblatt im Wind- an einem seidenen Faden, gewebt von einer Gartenkreuzspinne. Ich nenne sie mal „Freddyne Chan-alles“ (THX! an Marius Tschirky für den Namen, wenn auch für einen Wurm und nicht für eine Spinne).

Das verwelkte Blatt weht im herbstlich aufziehenden und leicht erfrischendem Wind, der heute durch die Strassen des Sandagger’s weht. Wohin es geht – bestimmt der Wind. Ja, die Blätter fallen und es ist Zeit – Laub zu blasen. Als gestandener Hausmann, natürlich und selbstverständlich – in dieser Zeit – „artgerecht“ den Laubbläser auf elektrisch umgestellt. Was wollen die Nachbarn noch mehr!

Nach 15 Jahren habe ich nun nicht mehr das lauteste Gebläse im Quartier!

By the way: Ich habe die Nachbarn noch nicht darauf vorbereitet, dass ich schon lange den Gedanken hege – ein Alphorn zu bauen und dies natürlich im Garten zu blasen. Kein Scherz. Und vielleicht wünschen sie sich dann das alte „Benzin-Laub-Gebläse“ sehnsüchtig zurück. Klimawandel hin oder her. Da kommt mir doch spontan Konrad Adenauer in den Sinn:

Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich!

Der Herbst zeigt mir jedes Jahr erneut auf – wie endlich das Leben ist. Und wie ich Themen, die an sich zur Gesellschaft gehören, marginalisiere. Den Tod, die Einsamkeit, das Alter, die Depression oder die Selbstmordrate in Gesellschaften – David Emile Durkheim lässt grüssen.

Vielleicht wäre es angesagt – eine Herbstselbsthilfegruppe zu gründen. In wir miteinander über das, was das Leben eben ist und was es im Zusammensein ausmacht. Ein Auf und Ab, – wie ein Herbstblatt im Wind. Die gleichen Probleme und die gleiche Endlichkeit, getrieben vom Wind im Austausch mit dem Gegenüber. Und ehrlich gesagt, auch ich habe meine Mühe damit – eine Gratwanderung mit der Öffnung zu der Person, der einem gerade gegenüber steht oder sitzt – wo auch immer. Endlichkeit in Raum und Zeit – oder gar in der „Raumzeit“. Aus dem Sternenstaub kommen wir und in einer herbstlichen Supernova unserer Sonne enden wir – und mit Sicherheit schon viel, viel vorher.

Vielleicht ist es wirklich an der Zeit miteinander zu reden. Weil die Welt – wie das Herbstblatt an einem seidenen Faden hängt.

Aber diesen Wahlslogan finde ich auf keinem Wahlplakat für die kommenden Nationalratswahlen 2023.

Epilog: „Kölle, loß di Maske falle Zeich mer endlich di Jeseech Kölle, loß di Maske falle Ich weiß jenau die bruchs du nit Maske bruchs du nit“.

Brings, eine Kölner Rockband aus den 90ern.

Man könnte Kölle (Köln) auch durch das Wort „Herbst“ oder „Hey, du“ ersetzen.

 
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from Matti Fleischer

Wer Max Raabe kennt, weiss, dass er mit seiner Musik etwas quer in der Landschaft steht. Lieder aus einer anderen Zeit – und einer anderen Gesellschaft. Einer Gesellschaft, die es so nicht mehr gibt.

Doch schafft er es seit Jahren Hallenstadien zu füllen mit seinem Palastorchester. Vielleicht leben wir alle in einer Art Sehnsucht nach einer Zeit, die nie so war, wie wir uns dies vorstellen. Wer einmal ein Konzert gesehen hat von Max – der Typ und seine Interpretationen der alten Lieder, lässt einem einfach nicht mehr los.

Und dann gibt es noch DAS Konzert von Max … MTV unplugged. Und da kommt Pavel Podolski auf die Bühne …

Wer Pavel nicht kennt. Ein Entertainer – ein begnadeter Drummer mit dem gewissen polnischen und Polka-Schalk im Nacken.

Diese beiden auf einer Bühne sind ein Zeitsprung in die Vergangenheit. Und auch irgendwie in die Gegenwart. Positiv behaftet, aber dennoch sehr schieflagig.

Sehnsucht nach etwas, was nicht mehr ist, und nicht mehr kommen wird. Ich sage nur einfach. Hört mal rein.

https://www.youtube.com/watch?v=sQdndK7EdDg

Wie man ein Lied aus dem letzten Jahrhundert mit Polka kombinieren kann.

Und der Wodka darf bei Pavel nicht fehlen. Hammerhartes Geschoss 😉.

 
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from diverses

und wenn ich gerade schon dabei bin möchte ich gleich weiterschreiben und ein treffendes zitat aufgreifen: wenn der gemeinsame feind verloren geht, bekriegt man sich gegenseitig.

in so einer schieflage befinde ich mich gerade. und frage mich, wo das hinführen soll. meinungen, machtspiele, gedanken und ganz viel emotionen scheinen eine derartige schieflage hervorgerufen zu haben, dass man sich nun gegenseitig das leben schwer macht, und ich nicht mehr zuordnen kann, ob ich mich nun nicht doch eher im kindergarten befinde. wenn leute mit hohem ansehen und hohen löhnen in ihrem stolz verletzt werden, dann scheint es kein halten mehr zu geben. ausgetragen auf den schultern all jener, die das gerüst noch zusammenhalten.

 
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from diverses

jemand anderes schrieb bereits über die fehlende rahmung, weshalb auch von mir etwas länger nichts kam. das veranlasst mich aber darüber zu schreiben, denn das problem ist nicht die fehlende lust oder zeit, sondern den anspruch an mich selbst. ich frage mich: ist das interessant was ich da schreibe? möchte das überhaupt jemand lesen? das muss doch eine message haben, etwas sinnvolles sagen…

aber was heisst schon sinnvoll. es kann wohl kaum sinnvoll sein, mich selber vom freien schreiben abzuhalten, nur weil ich nicht genau weiss, ob das jemanden interessiert. dabei ist es doch wichtig, dass es mir was gibt, egal was der inhalt ist. in dem sinne versuche ich nun frei von der leber zu schreiben, ob das nun jemand liest oder nicht ;)

 
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from Regina

Da steht er, der Vierjährige. Mit 70 Rappen in der kleinen Hand. Brav hat er sich eingereiht in die Warteschlange vor dem Badikiosk, um einen Lolli zu kaufen. So wie nach jedem montäglichen Schwimmkurs. Nur dass die Badi an diesem spätsommerlichen, von der Sonne verwöhnten Montag proppenvoll und die Schlange fünfmal so lang wie üblich ist. Mami ist dafür fünfmal so stolz wie üblich, weil der Sohnemann sich trotz des Trubels selbstbewusst zwischen all den anderen Badegästen einreiht. Aus sicherer Entfernung beobachtet sie das Geschehen gelassen von hinter der Eistruhe.

In der Warteschlange ist es schnell vorbei mit der Gelassenheit. Der vor dem Vierjährigen wartende Mann (mit Kleinkind!) dreht sich mehrfach hektisch zu ihm um. Irgendwann entfährt es ihm: «Zu wem gehört er?», fragt er die hinter dem Vierjährigen wartende ältere Dame. Sie zuckt nur mit den Schultern.

Die Schlange bewegt sich. Der Vierjährige schliesst nicht schnell genug zum Vordermann auf, weil er lieber die knallbunte Auslage des Kiosk bestaunt. Oder die Badebekleidung der Anwesenden. Oder Beides. Ganz hinten wird die Warteschlange derweil immer länger.

Nun wird auch die ältere Damen nervös. «Rutscht doch bitte näher an Deinen Vordermann ran!» bedeutet sie dem Vierjährigen auf Schweizerdeutsch. Er reagiert nicht. Die Produkte von Hans Riegel aus Bonn direkt vor seiner Nasenspitze sind grade um ein Vielfaches spannender. Sie versucht es noch einmal. Wieder keine Reaktion. Und noch einmal. Nichts. Der kleine Mann ignoriert sie weiter und schenkt seine volle Aufmerksamkeit lieber den Süsswaren. Die Kluft zwischen ihm und dem nun Hot Dog ordernden Vordermann ist inzwischen so gross geworden wie der Grand Canyon. Jedenfalls wenn man dem entsetzten Blick der Dame Glauben schenkt.

Jetzt reicht es offenbar auch der Verkäuferin. Mit kritischem Blick beugt sie sich über den Tresen und inspiziert die Situation, während der Vordermann die Kartenzahlung für die warmen Würstchen veranlasst. Dem Vierjährigen ist alles im wahrsten Sinne des Wortes Wurst. Die Dame hinter ihm macht ihrem Unmut Luft: „Was ist denn da los?“, will sie lautstark von der Verkäuferin wissen. Der kleine Mann guckt verwirrt und vergisst auf die Frage, was er denn wolle, seine Bestellung zu formulieren, sondern wirft wortlos die 70 Rappen auf den Tresen.

Die Situation droht zu eskalieren, da hilft auch das beständige, dämpfende Summen der Eistruhe nicht mehr. Mami outet sich und bittet den Vierjährigen, nach vorne an die Kasse zu treten und ordnungsgemäss seine Bestellung abzugeben. Die wartende Dame ruft unüberhörbar: «Ach, Sie sind Düütschi?»

Äh, ja? Wie meinen? Lollies nur für Schweizer? Wieso haben Sie Ihrem Kind nicht ordnungsgemäss das Vorbeidrängeln gelernt, so wie es gute Deutsche tun? Was soll diese hyperliberale Laisser-faire-Erziehung? Der Dreikäsehoch ist rechtlich noch nicht mal geschäftsfähig und hält ihr den ganzen Laden auf! Wieso erziehen Sie Ihr Kind nicht zuckerfrei, das kriegt doch später gegen alles Allergien!

In dieser einen Frage liegt die ganze Welt. Mami ist so verwirrt, dass sie das Rückfragen unterlässt. Fataler Weise. Stattdessen schnappt sie dem Vierjährigen den frisch ausgehändigten Lolli weg, zieht ihn wenig sanft zum Ausgang und ergreift mit ihm die Flucht. Er heult. Zurecht. Irgendwie schief(gelaufen).

 
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from Simon

In seinem Beitrag hat Stanko ganz nonchalant erwähnt, dass die Schieflage keinen Claim braucht. Doch was für ihn ganz selbstverständlich scheint, hat mich stutzig gemacht. Wenn die Schieflage keinen Claim braucht, was braucht sie denn dann? Scheinbar, so zumindest mein bisheriger Eindruck, braucht sie “nur” uns. Hier kann alles geschehen oder nichts. Doch der Mensch tut sich schwer so ganz ohne Grenzen, sonst hätte er sie wohl kaum erfunden. Da bin ich keine Ausnahme, häufig hilft mir eine bestimmte Rahmung, oder eine vorgegebene Richtung, zumindest eine ungefähre. Hier fehlt all dies, und dennoch fehlt es an nichts, denn wir sind ja hier.

Der Duden führt als Synonym für die Schieflage unter anderem die Krise an. In eine solche könnten uns all diese Widersprüchlich- und Grenzenlosigkeiten dieses Projektes durchaus stürzen. Doch mit Krisen kennen wir uns ja bestens aus, sowohl global als auch in unseren Mikrokosmen. So ist es für mich auch naheliegend, mich ganz im wörtlichen Sinne der Schieflage den kleineren und grösseren Krisen der Menschheit zu widmen, mich mit möglichen Lösungsansätzen zu befassen und darüber zu schreiben. Manchmal mit Augenzwinkern, manchmal ohne.

Da wären wir also. In Schieflage geraten, im digitalen Pangea, auf dem Weg ins Nirgendwo und ins Überall. Ich freue mich sehr, hier sein zu dürfen und bedanke mich bei den Initianten für die freundliche Einladung zum Mitwirken.

 
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from blog eins

  • “Ich schreibe ins Netz…”
  • Minimal Blogging
  • Von Autor:in zu Autor:in
  • lebensweltorientiert > alltagsorientiert (nicht “objektivierend”)
  • offene Standards (Fediversum); Open Source
 
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from diverses

morgen am 1. juni startet der alljährliche pride monat. ein monat, in dem überall regenbogen zu sehen sind. die vielfalt wird gefeiert, sie wird sichtbar und man spricht darüber. in diesem monat passiert viel schönes, buntes: viel aufklärung, viel sichtbarkeit und sensibilisierung für themen, die schon lange akzeptiert sein müssten. menschen, die andere menschen lieben oder mit ihnen intim werden, egal welche identität oder sexuelle orientierung diese menschen nun haben. eine völlig natürliche gegebenheit, die heutzutage allerdings immernoch eines speziellen monats bedarf, weil das in der gesellschaft nicht akzeptiert wird. und noch schlimmer: viele firmen und unternehmen nutzen diesen “hype”, um ordentliche gewinne zu machen. auf ein produkt einen regenbogen aufdrucken, damit es mehr verkauft wird? – tolle idee! sich wirklich für die rechte von minderheiten einsetzen und sie ausserhalb des pride monats unterstützen? – nö, wozu auch?

der pride monat ist dafür da, dass wir uns als bunte community zeigen und vorallem feiern können. wir dürfen stolz sein, auf all das, was bisher erreicht wurde. leider sind wir noch nicht da, wo wir sein müssten, nämlich dort, wo es keinen pride monat mehr benötigt.

 
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from diverses

Wir heissen dich als Autorin willkommen bei Schieflagen. Danke für dein Engagement. Das Weblog ist nun einsatzbereit.

 
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from Regina

Wir heissen dich als Autorin willkommen bei den Schieflagen des Alltags. Danke für dein Engagement.

 
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from blog eins

Eine Blogroll ist eine Sammlung von Links zu Blogs, die du für dich favorisierst. Eine solche könntest du ebenfalls “anpinnen”.

 
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from Topschief

“Man” gibt sich ja Mühe. Will es sich richten. Die Arbeit, die Karriere, die Liebe, das Glück (Reihenfolge willkürlich). Dann kommt etwas dazwischen. Den geraden Weg kriegt man nicht mehr hin: Der Schieflage ihren Reiz abgewinnen. Das bleibt einem.

 
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from Topschief

Nun gut, ich bin aus der Ferne auch dabei, sozusagen der Tester 0 bei Schieflage. Die Testphase ist nun gestartet.

 
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